Was ist Osteopathie?

Osteopathie ist ein eigenständiges manuelles Verfahren, das den Körper als Ganzes mit dem Hintergrundgedanken betrachtet, dass Beschwerden selten dort entstehen, wo sie spürbar werden. Behandelt wird ausschließlich mit den Händen, in drei aufeinander abgestimmten Bereichen:

Parietale Osteopathie: die Arbeit am Bewegungsapparat: Muskeln, Gelenke, Bänder und Faszien. Hier setzen wir an, wenn Spannungen, Blockaden oder Fehlhaltungen den Körper aus dem Gleichgewicht gebracht haben.

Viszerale Osteopathie: die Arbeit an den inneren Organen und ihren Aufhängungen. Magen, Darm, Leber, Beckenorgane: Sie alle haben eine eigene Beweglichkeit, die sich über das Bindegewebe direkt auf Rücken, Becken und Atmung auswirken kann.

Craniosacrale Osteopathie: die feinste Ebene. Die rhythmischen Bewegungen zwischen Schädel und Kreuzbein. Eine besonders sanfte Technik, die wir gerne bei Stress, Schlafproblemen, Kopfschmerzen oder in der Behandlung von Säuglingen einsetzen.

Die drei Bereiche stehen gleichwertig nebeneinander. Welche davon im Vordergrund einer Behandlung stehen, entscheidet sich nach der Befundaufnahme und nie nach Schema

‍

‍

Zur Geschichte der Osteopathie

Die Osteopathie wurde Ende des 19. Jahrhunderts von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still in Kirksville, Missouri, begründet. Still suchte nach einem Ansatz, der den Körper als selbstregulierendes System ernst nimmt.

Sein Gedanke: Solange Gewebe beweglich bleibt, solange Blut fließt und Lymphe abtransportiert wird, kann der Körper sich selbst heilen. Die Aufgabe des Therapeuten ist es nicht, Heilung zu erzwingen, sondern die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Darunt fällt es Bewegungseinschränkungen aufzuspüren und sanft zu lösen.

1892 gründete Still die erste osteopathische Schule. Aus seiner Arbeit entwickelten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts die heutigen drei Säulen - parietal, viszeral, craniosacral - und die Osteopathie verbreitete sich von den USA nach Europa. In Deutschland ist die Ausbildung heute klar geregelt: ein qualifiziertes Osteopathiestudium dauert fünf Jahre. Ein Anspruch, dem auch wir uns verpflichtet fühlen.

‍

Osteopathie für Babys

Schon der Geburtsvorgang selbst - auch eine ganz normale Geburt - ist für einen Säugling eine erhebliche körperliche Belastung. Bei langen Geburten, Kaiserschnitten, Saugglocken- oder Zangengeburten kommt es nicht selten zu kleinen Spannungen, die das Baby in den ersten Wochen und Monaten zeigt: einseitige Kopfhaltung, Schreien beim Hinlegen, Schwierigkeiten beim Trinken an einer Brustseite, unruhiger Schlaf. Die Behandlung von Säuglingen ist die feinste Form der Osteopathie. Es wird nicht „eingerenkt", sondern mit minimalem Druck gearbeitet. Die meisten Babys schlafen während der Behandlung ein.

Osteopathie für Babys & Kinder

Osteopathie für Kinder

Mit dem Wachstum kommen neue Themen: Kopfschmerzen vor Schulbeginn, Haltungsprobleme am Schreibtisch, Bauchschmerzen ohne erkennbare Ursache, Folgen von Stürzen beim Toben oder Sport. Bei der osteopathischen Behandlung von Kindern arbeiten wir spielerisch und auf Augenhöhe. Bei Beschwerden ohne geklärte Ursache gehen wir immer davon aus, dass vorher eine kinderärztliche Abklärung erfolgt ist.

Osteopathie für Babys & Kinder

Osteopathie für Erwachsene

Die meisten Erwachsenen kommen mit Beschwerden zu uns, die sie schon eine Weile begleiten: hartnäckige Rückenschmerzen, Verspannungen im Nacken nach langen Bürotagen, wiederkehrende Kopfschmerzen, Verdauungsthemen, Schlafprobleme oder das diffuse Gefühl, „nicht im Gleichgewicht" zu sein. Hier setzt die osteopathische Befundaufnahme an. Statt nur dort zu behandeln, wo es weh tut, suchen wir den Zusammenhang: Eine alte Knöchelverletzung kann Jahre später zu Rückenschmerzen führen. Eine Narbe nach einer Operation kann Spannungen weit über die OP-Region hinaus erzeugen. Diese Zusammenhänge zu erkennen und zu lösen ist die eigentliche Arbeit.

Osteopathie für Erwachsene

Osteopathie bei Kinderwunsch

Wenn sich trotz unauffälliger medizinischer Befunde keine Schwangerschaft einstellt, kann eine osteopathische Begleitung eine Ergänzung sein. Nach osteopathischem Verständnis betrachten wir dabei vor allem die Beweglichkeit von Becken, Bauchraum und Wirbelsäule, etwa nach früheren Operationen oder Entzündungen. Wir arbeiten ausschließlich ergänzend zu reproduktionsmedizinischen Behandlungen und nehmen uns für dieses Thema bewusst Zeit, weil es selten nur eine körperliche Dimension hat.

Osteopathie für Kinderwunsch & Schwangere

Osteopathie für Schwangere

Eine Schwangerschaft verändert den Körper innerhalb weniger Monate grundlegend: Becken, Wirbelsäule, Bauchraum, Atmung, alles passt sich an. Nicht jede Anpassung gelingt schmerzfrei. Ischiasbeschwerden, Symphysenschmerzen, ISG-Blockaden, ein schwerer unterer Rücken oder Sodbrennen gehören zu den häufigsten Themen, mit denen werdende Mütter zu uns kommen.Wir behandeln durchgehend in allen drei Trimestern mit Techniken, die für Schwangerschaft sicher und erprobt sind. Nach der Geburt unterstützen wir bei der Rückbildung: Beckenboden, Narben nach Kaiserschnitt oder Dammriss, eine Wirbelsäule, die sich neu sortieren muss.

Osteopathie für Kinderwunsch & Schwangere

Verkürztes Zungenbändchen

Ein häufiger Anlass für die osteopathische Vorstellung von Säuglingen sind Stillprobleme im Zusammenhang mit einem verkürzten Zungenbändchen. Wir begleiten betroffene Familien sowohl vor einer geplanten Frenotomie (zur Befundung und Vorbereitung der Mund und Saugmuskulatur) als auch nach dem Eingriff (zur Stabilisierung der neuen Zungenbeweglichkeit und zur Begleitung der weiteren Mundentwicklung).

Osteopathie für Zungenbändchen
FAQ

Häufige Fragen & Antworten - Osteopathie


Wie funktioniert die Kostenübernahme durch die Krankenkassen?

Bekomme ich eine Bestätigung bei online Terminbuchung?
Kann ich meinen Termin kurzfristig absagen?
Kann ich in der Nähe der Praxis Parken?

Kosten Osteopathie

Welche Kosten zu welchem Umfang von den Kassen übernommen werden, hängt von der Art der Leistung und der Kasse ab (siehe FAQ "Werden die Kosten von der Kasse übernommen?"). Eine beispielhafte Darstellung der Kosten nach Kasse finden Sie hier beschrieben.

AOK Plus
3 Sitzungen je maximal 60 €
180 € pro Kalenderjahr
DAK
3 Sitzungen je maximal 40 €
120 € pro Kalenderjahr
BKK 24
6 Sitzungen je maximal 60 €
360 € pro Kalenderjahr
IKK
4 Sitzungen je maximal 40 €
160 € pro Kalenderjahr
SBK
6 Sitzungen je maximal 30 €
180 € pro Kalenderjahr
TK
3 Sitzungen je maximal 40 €
120 € pro Kalenderjahr