Die spiralige Anordnung läuft wie ein roter Faden durch das menschliche Bewegungssystem. Bein und Fuß sind einfache und gerichtete Spiralstrukturen mit klar definierten Drehrichtungen: 3D-Verdrehung im Fußskelett, Kreuzbänder im Knie, diagonal-gekreuzte Rumpfmuskulatur sorgen für Stabilität und Kraft. 

Der Oberschenkel rotiert nach außen, der Unterschenkel nach innen, die Ferse nach außen, der Vorfuß wieder nach innen. Der Rumpf hingegen ist eine "Doppelspirale": Links- und Rechtsdrehung sind gleichwertig - das ist die Grundlage der menschlichen Fortbewegung auf zwei Beinen unter der Einwirkung der Schwerkraft.

Was ist Spiraldynamik®?

Spiraldynamik ist ein anatomisch begründetes Bewegungs- und Therapiekonzept, das vom Schweizer Arzt Christian Larsen und der französischen Physiotherapeutin Yolande Deswarte entwickelt wurde. Die Grundidee: Der menschliche Körper ist von der Fußsohle bis zum Kopf nach spiralförmigen Bewegungsprinzipien aufgebaut. Nach diesem Konzept können Beschwerden entstehen, wenn diese Prinzipien im Alltag verloren gehen. Ziel der Behandlung ist es, sie wieder in Ihre Bewegungen zu integrieren.

Im Unterschied zu reinen Übungssammlungen arbeitet Spiraldynamik an der Bewegungsorganisation selbst. Sie lernen, Ihren Körper anders zu bewegen: nicht mehr, sondern präziser. Ziel ist es, ungünstige Bewegungsmuster im Alltag dauerhaft zu verändern.

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Bei welchen Beschwerdebildern Spiraldynamik® zum Einsatz kommt

Wir setzen Spiraldynamik vor allem bei Beschwerden ein, die aus jahrelanger Fehlbelastung entstanden sind oder bei denen die klassischen Behandlungsansätze an ihre Grenzen kommen. Die häufigsten Anliegen in unserer Praxis:

Fußthemen. Hallux valgus, Senkfuß, Spreizfuß, Knick-Senkfuß, Hohlfuß. Plantarfasziitis, Fersensporn, Achillodynie. Vorfußschmerzen, Morton-Neuralgie. Am Fuß setzt die Spiraldynamik besonders häufig an, weil die spiralförmige Verschraubung zwischen Ferse und Vorfuß nach diesem Konzept das zentrale Stabilitätsprinzip des Fußes ist.

Knieprobleme. Beschwerden bei X Beinen oder O Beinen, Belastungsschmerzen beim Joggen oder Treppensteigen, Folgezustände nach Meniskus oder Kreuzband Verletzungen, beginnende Arthrose. Das Knie ist als Scharniergelenk auf eine korrekte Achse zwischen Hüfte und Fuß angewiesen. Wenn diese Achse gestört ist, hilft Knietraining wenig, solange Hüfte und Fuß nicht mit einbezogen werden.

Hüfte und Becken. Hüftschmerzen, beginnende Coxarthrose, Iliosakralgelenk Beschwerden, Beckenschiefstand, diffuse Schmerzen beim Gehen, die sich keiner einzelnen Struktur zuordnen lassen. Hier ist die Position des Beckens entscheidend, sie bestimmt, wie sich Belastung von den Füßen über die Wirbelsäule bis in den Schulter Nacken Bereich fortsetzt.

Rücken. Chronische Lumbalgien, ISG Probleme, Bandscheibenbeschwerden ohne OP Indikation, Skoliose und skoliotische Fehlhaltungen, Beschwerden bei langem Sitzen am Schreibtisch. Auch wiederkehrende Hexenschüsse haben oft eine Ursache in einer veränderten Beckenstellung.

Schulter, Arm, Hand. Schulter Arm Syndrome, Tennisarm, wiederkehrende Schulterimpingements, Hand und Handgelenksbeschwerden, auch im Zusammenhang mit Bildschirmarbeit. Der Schultergürtel folgt eigenen spiraligen Mustern, die bei vielen Bürotätigen über die Jahre verloren gehen.

Kopf, Kiefer, Tinnitus. Spannungskopfschmerzen, Migräne, Kieferprobleme (kraniomandibuläre Dysfunktion), Tinnitus und Schwindel mit Ursprung in der Halswirbelsäule. Auch hier setzt die Spiraldynamik an der Aufrichtung und an den darunterliegenden Bewegungsmustern an.

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Ein Beispiel, der Hallux valgus

Hallux valgus, also der schief stehende große Zeh mit Ballen, ist eines der häufigsten Themen, mit denen Patientinnen und Patienten zu uns in die Spiraldynamik kommen. Die orthopädische Standardantwort lautet oft, Einlagen tragen oder operieren. Beides hat seine Berechtigung, beides adressiert aber selten die Ursache.

Aus Sicht der Spiraldynamik hängt Hallux valgus mit der spiralförmigen Verschraubung zwischen Ferse und Vorfuß zusammen, die über Jahre verloren gehen kann. Die Ferse steht nicht mehr leicht außen, der Vorfuß rotiert nicht mehr ausreichend nach innen, das Längsgewölbe sackt ab. Der große Zeh weicht zur Seite aus. Ziel der Übungen ist es, diese Verschraubung wieder aufzubauen und den Fuß im Alltag besser zu belasten. Wie viel sich verändern lässt, hängt unter anderem davon ab, wie weit die Veränderungen am Knochen fortgeschritten sind.

Die Behandlung besteht aus präzisen Wahrnehmungs und Bewegungsübungen für den Fuß, die wir gemeinsam in der Praxis erarbeiten. Sie nehmen ein individuell für Sie zusammengestelltes Übungsprogramm mit nach Hause und integrieren es schrittweise in den Alltag. Nach einigen Wochen bis Monaten zeigen sich erste Veränderungen, sowohl in der Haltung als auch im Schmerzbild.

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Wie eine Spiraldynamik®-Behandlung bei uns abläuft

Die Behandlung gliedert sich in drei Phasen. Zunächst eine ausführliche Befundaufnahme mit Bewegungsanalyse, in der wir Ihren individuellen Bewegungsmusters dokumentieren, mit Fotos und gezielten Tests. Auf dieser Grundlage erstellen wir Ihr persönliches Übungsprogramm.

In zwei bis drei aufeinanderfolgenden Stundenterminen erarbeiten wir die Übungen mit Ihnen, korrigieren die Ausführung und passen sie an Ihre Belastbarkeit an. Sie erhalten das fertige Programm vor dem letzten Termin schriftlich, damit Sie es vorher zu Hause ausprobieren können. Im Abschlusstermin werden die Übungen geschliffen und auf Ihren Alltag abgestimmt.

Ab diesem Punkt arbeiten Sie selbstständig zu Hause. Die meisten Patientinnen und Patienten kommen danach in größeren Abständen zur Kontrolle, etwa alle drei bis sechs Monate, um die Übungen zu aktualisieren oder neue Schwerpunkte zu setzen.

FAQ

Häufige Fragen & Antworten - Spiraldynamik®


Was kostet ein individuelles Übungsprogramm? Die Preise:
Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für Spiraldynamik® bzw. das Programm?
Was muss ich zur Termin mitbringen?