Ohrakupunktur ist ein Verfahren, das in mehreren Anwendungsbereichen wissenschaftlich untersucht wurde, etwa in der Schmerztherapie und bei stressbedingten Beschwerden. Die Studienlage ist je nach Anwendungsbereich unterschiedlich. Die Methode wird seit Jahrzehnten auch in klinischen Einrichtungen begleitend eingesetzt.
In unserer Friedrichstadter Praxis setzen wir Ohrakupunktur als eigenständige Behandlung und als Ergänzung zur osteopathischen Arbeit ein. Die Behandlung ist nahezu schmerzfrei, und viele Patientinnen und Patienten erleben die zwanzig bis dreißig Minuten als angenehm entspannend.
Wir setzen die Methode in unserer Praxis vor allem in vier Anwendungsbereichen ein, in denen wir mit ihr gute Erfahrungen gemacht haben.
Schmerztherapie. Chronische Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerzen, Migräne, Schulter- und Nackenbeschwerden, Knie- und Hüftschmerzen, Folgen alter Verletzungen. Ohrakupunktur kann hier als eigenständige Behandlung oder ergänzend zur Osteopathie eingesetzt werden, etwa wenn Beschwerden zwischen den osteopathischen Sitzungen anhalten.
Stressregulation und Schlaf. Innere Unruhe, Schlafprobleme, das Gefühl nicht mehr abschalten zu können, Erschöpfungszustände, leichte Angstsymptome. In unserer Friedrichstadter Praxis ist das einer der häufigsten Anlässe für Ohrakupunktur, gerade bei Patientinnen und Patienten mit hoher beruflicher Belastung. Die Methode wirkt für viele angenehm regulierend auf das vegetative Nervensystem.
Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion. Wir begleiten Sie bei der Raucherentwöhnung, beim Reduzieren von Zucker und bei der Gewichtsreduktion. Das bekannte NADA-Protokoll nutzt dafür fünf bestimmte Punkte am Ohr. Die Akupunktur ersetzt keine eigene Verhaltensänderung, sie kann Sie aber auf diesem Weg begleiten.
Begleitung bei Kinderwunsch. Hier nutzen wir Ohrakupunktur ergänzend zur osteopathischen Arbeit, vor allem zur Entspannung in einer belastenden Lebensphase. Bitte sprechen Sie eine Behandlung während einer IVF vorab mit Ihrer Kinderwunschpraxis ab.
Außerhalb dieser vier Schwerpunkte setzen wir Ohrakupunktur eher zurückhaltend ein. Bei manifesten organischen Erkrankungen ist sie keine geeignete Alternative zur ärztlichen Behandlung, kann aber in Einzelfällen ergänzend sinnvoll sein.
Heute gibt es bei der Ohrakupunktur zwei verschiedene Richtungen, die sich in der Punktlokalisation unterscheiden. Bei der Ohrakupunktur in der Traditionellen Chinesischen Medizin fußt sich deren Wirkung auf dem Meridiansystem (Energieleitbahnen). Die andere französische Methode der Ohrakupunktur, wurde vom französischen Arzt Paul Nogier (1908-1996) begründet und erstmals 1956 im Rahmen eines Kongresses in Marseille vorgestellt. Nogier erarbeitete eine genaue Reflexkartografie des Ohres, wobei er das Ohr mit einem auf dem Kopf stehenden Embryo verglich.

Bevor wir mit der Behandlung beginnen, untersuchen wir das Ohr genau. Rötungen, Druckempfindlichkeiten, Hautveränderungen oder Temperaturunterschiede an einzelnen Punkten geben Hinweise darauf, welche Bereiche aktiv und damit für die Behandlung relevant sind. Hierfür nutzen wir entweder einen feinen Punkttaster oder eine Pulsdiagnostik. Nach dem Befund desinfizieren wir die Ohrmuschel und setzen je nach Anliegen drei bis fünf sehr feine Nadeln in einer Tiefe von etwa zwei Millimetern.
Die Nadeln sind aus Edelstahl und steril verpackt, sie werden ausschließlich einmal verwendet. Das Setzen ist für die meisten Patientinnen und Patienten kaum oder gar nicht spürbar, die Punkte selbst sind oft nicht größer als ein Reiskorn. Die Nadeln verbleiben zwanzig bis dreißig Minuten in den Ohren. Während dieser Zeit ruhen Sie entspannt im Behandlungsraum. Viele Patientinnen und Patienten dösen während dieser Phase ein oder erleben einen ausgeprägten Entspannungszustand, der sich oft bis in den Abend hineinzieht.
Als Alternative zur klassischen Nadelakupunktur bieten wir die Behandlung mit Ohrsamen an. Dabei werden statt Nadeln kleine, mit einem Pflaster fixierte Samenkörner auf die relevanten Punkte gesetzt. Diese können bis zu einer Woche im Ohr verbleiben und die Wirkung der Akupunktur über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten. Wir kombinieren diese Methode gerne im Anschluss an eine osteopathische Behandlung, wenn die Wirkung der Sitzung über mehrere Tage stabilisiert werden soll.
Die Behandlung am Ohr ist alt. Hinweise auf therapeutisches Stechen am Ohr finden sich schon im chinesischen Klassiker Huang Di Nei Jing (etwa 4. bis 2. Jahrhundert vor Christus), bei Hippokrates auf Kos, in arabischen und ägyptischen Quellen. Die moderne Ohrakupunktur, wie wir sie heute praktizieren, wurde in den 1950er Jahren maßgeblich vom französischen Arzt Paul Nogier entwickelt. Er entwarf eine systematische Reflexkartografie des Ohres und verglich die Anordnung der Punkte mit einem auf dem Kopf stehenden Embryo. Seine Beobachtungen, dass die wirksamen Punkte eine veränderte Temperatur und einen abweichenden elektrischen Hautwiderstand zeigen, sind bis heute Grundlage der Punktsuche.

Eine Sitzung kostet 20,00 €.
Je nachdem, ob die Schmerzen akut oder chronisch sind, benötigen wir 5-10 Wochen. Bei Kinderwunsch, Abnehmen oder Aufbaukuren nach einer Operation oder Erkrankung sind über einen Zeitraum von 10-12 Wochen eine Sitzung pro Woche ausreichend.
Wenn Sie privat versichert sind oder eine zusätzliche Krankenversicherung für Heilpraktiker abgeschlossen haben, werden die Kosten in der Regel übernommen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Krankenversicherung.